Nadia im Gespräch mit Samantha Power an der Harvard Kennedy School

Im Rahmen des John F. Kennedy Jr. Forums führten Nadia Murad und Samantha Power, ehemalige US-Botschafterin, Wissenschaftlerin und Journalistin, im September ein tiefgründiges Gespräch unter dem Titel „Von Überleben zum Aktivismus". Sie sprachen über Resilienz, Gerechtigkeit und was es bedeutet, nach einem unvorstellbaren Trauma ein neues Leben aufzubauen.

Ausgehend von Nadias neuem Buch „I Choose My Beginning: A Story of Courage and Activism" skizzierte sie ihren Weg von der Überlebenden zur Aktivistin – hin zu einer Frau, die sich ihren Platz als Studentin, Ehefrau und Freundin zurückerarbeitet hat. Nadia sprach dabei auch offen über die Schwierigkeiten ihres Weges als Aktivistin und Menschenrechtlerin und betont, wie wichtig es ist, sich selbst und die eigenen Bedürfnisse nicht aus dem Blick zu verlieren.

Ein besonders bewegendes Thema war ihre Mutter, die ihr stets ein starkes Vorbild war. Es schmerzt sie bis heute, dass sie nicht weiß, wo ihre Mutter begraben wurde, nachdem sie vom sogenannten Islamischen Staat ermordet wurde. Dennoch gelang es ihr, die geliebten Menschen durch schöne Erinnerungen zu bewahren – anstatt nur als Opfer im Gedächtnis zu bleiben und diese Menschen inspirieren ihren Aktivismus bis heute.

Samantha Power und Nadia Murad thematisierten zudem, wie Hilforganisationen besser werden können: Sie müssen stärker auf die Bedürfnisse der Betroffenen hören. Zwar gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf, doch betonte Nadia, dass es bereits hervorragende Organisationen gibt, die Überlebende und Geflüchtete unterstützen. Wichtig seien vor allem niedrigschwellige Zugänge zu diesen Angeboten.