Statement von Nadia's Initiative zum eskalierenden Konflikt im Nahen Osten
Nadia's Initiative ist zutiefst alarmiert über die Eskalation des militärischen Konflikts im Iran und im gesamten Nahen Osten. Wir trauern um jedes verlorene zivile Leben und sind besonders besorgt über die unverhältnismäßig hohen Auswirkungen des Krieges auf Frauen, Mädchen und vulnerable Gemeinschaften.
Die Geschichte hat gezeigt, dass bewaffnete Konflikte konfliktbezogene sexualisierte Gewalt (CRSV) schüren, Gemeinschaften zerstören und Überlebende jahrelang – sogar jahrzehntelang – auf Gerechtigkeit warten lassen, die möglicherweise niemals kommen wird. Dieses Muster ist nicht unvermeidlich. Es spiegelt das Versagen des politischen Willens wider, Zivilistinnen und Zivilisten zu schützen und das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen.
Wir sind auch zutiefst betroffen über die Berichte zum Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran, bei dem offenbar Schülerinnen und Lehrkräfte getötet wurden. Auch wenn die genauen Umstände noch nicht vollständig bekannt sind und einer unabhängigen Überprüfung bedürfen, erfordert jede Schädigung von Zivilistinnen und Zivilisten – insbesondere von Kindern – eine dringende, unparteiische Untersuchung und Strafverfolgung.
Dieser Konflikt bringt bereits jetzt unermessliches Leid über die Bevölkerung des Iran. Seit Jahren zeigen die Iranerinnen und Iraner angesichts von Gewalt und Unterdrückung außerordentlichen Mut. Ihre Stimmen dürfen nicht von der Politik des Krieges überschattet werden.
In der gesamten Region haben die Menschen jahrzehntelang unter Kriegen gelitten. Ein weiterer Kreislauf der Gewalt wird die Zivilbevölkerung nicht schützen – er wird nur noch mehr Witwen, Waisen und Überlebende hervorbringen, die auf Gerechtigkeit warten. Eine Eskalation wird keine dauerhafte Sicherheit bringen – sie wird nur das Leid und die regionale Instabilität verschärfen.
Nadia Murad, Gründerin und Präsidentin von Nadia's Initiative, sagte:
„Als ich im Irak aufwuchs, erlebte ich einen Krieg nach dem anderen. Die Invasion von 2003 brachte unermessliches Leid und Instabilität mit sich, und die folgenden Jahre haben Gemeinschaften wie meine zerstört.
Wir dürfen das Leiden der Zivilbevölkerung nicht weiterhin als unvermeidlich hinnehmen. Der Schutz unschuldiger Menschenleben, insbesondere von Kindern, und die Achtung des Völkerrechts müssen unverhandelbar sein.
Die internationale Gemeinschaft muss dringend und geschlossen handeln, um eine weitere Eskalation zu verhindern und die am stärksten gefährdeten Menschen zu schützen.“
Nadia’s Initiative bekräftigt ihr unerschütterliches Engagement für den Schutz der Zivilbevölkerung, die Förderung der Gerechtigkeit für Überlebende von CRSV und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts.