Es müssen Taten folgen: Gedenkfeier zum 12. Jahrestag des Völkermords an den Jesiden in Genf
Anlässlich des 12. Jahrestags des Völkermords an den Jesidinnen und Jesiden luden Nadia’s Initiative und die Ständige Vertretung Frankreichs bei den Vereinten Nationen in Genf am 30. Juli Überlebende, Mitgliedstaaten, UN-Vertreter und internationale Organisationen zu einer Gedenkveranstaltung im Palais des Nations ein.
Nadia Murad und andere Überlebende konfliktbedingter sexualisierter Gewalt sprachen über die weiterhin notwendige Arbeit für Gerechtigkeit und darüber, warum Überlebende im Mittelpunkt der Bemühungen um Rechenschaftspflicht und Wiederaufbau stehen müssen. Ihre Ausführungen bildeten den Ausgangspunkt für eine Diskussion mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der UN-Mitgliedstaaten über die wichtige Arbeit, die noch zu leisten ist.
Auf dem Programm standen außerdem Eröffnungsreden des Ständigen Vertreters Frankreichs und des Generaldirektors des Büros der Vereinten Nationen in Genf sowie ein kurzes Gedenkvideo, das an die Angriffe vom August 2014 und deren anhaltende Auswirkungen erinnerte.
Eine Fotoausstellung zeigte jesidische Frauen und Kinder, die nach wie vor vermisst werden, und gab denjenigen, die nicht zurückgekehrt sind sowie den Familien, die immer noch nach Antworten suchen, Gesichter und Namen. Zwölf Jahre nach dem Angriff des IS auf Sinjar werden mehr als 2.000 Jesidinnen und Jesiden weiterhin vermisst, Familien sind nach wie vor vertrieben, und die Gemeinschaft arbeitet immer noch daran, ihre Häuser, Schulen und Lebensgrundlagen wieder aufzubauen.
Das Gedenken ist wichtig, reicht aber nicht aus. Die internationale Gemeinschaft muss das Gedenken in Taten umsetzen: Täter strafrechtlich verfolgen, die Vermissten ausfindig machen und identifizieren, den Wiederaufbau von Sinjar unterstützen und einen überlebendenzentrierten Ansatz für Heilung und Wiederaufbau gewährleisten. Die Überlebenden bitten nicht um Mitleid, sie fordern Gerechtigkeit. Nadia’s Initiative setzt sich weiterhin dafür ein, gemeinsam mit Überlebenden, Regierungen und Partnern zu arbeiten, bis diese Aufgabe erfüllt ist.